- Text: Aliki Nassoufis
Taxi
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Karen Duve ist seit dem Erscheinen ihres Debütromans „Regenroman“ eine feste Größe in der deutschen Literatur. Schließlich beherrschen wenige Autoren diese einzigartigartige Mischung aus Lakonie und Melancholie, die auch perfekt das Innenleben der leicht übergewichtigen Heldin in „Dies ist kein Liebeslied“ umschrieb. Nun ist Duve in ihre Vergangenheit zurückgekehrt, in die Zeit, als sie sich noch als Taxifahrerin in Hamburg den Lebensunterhalt verdiente. Alex Herwig heißt ihre neue Heldin, die ihre langweilige Ausbildung zur Versicherungskauffrau abbricht und dem spießigen Elternhaus mit dem Taxi entkommt. Das naive Landei Alex verdreht den Männern schon bald reihenweise den Kopf, während sie selber eher ziellos durchs Leben geht und ihren eigentlichen Traumjob noch nicht gefunden hat. Vor allem aber taucht Duve mit „Taxi“ – das auch als Hörbuch vorliegt – in eine Parallelwelt ab, in der eigene Regeln und Verhaltensweisen gelten und in die man sich völlig zurückziehen und von der Außenwelt abschotten kann. Doch während man bei Taxifahrern heute auch an Leben am Existenzminimum und Minijobs denkt, ist „Taxi“ kein politischer Roman. Er erinnert stattdessen eher an eine genaue soziologische Studie eines fremden Mikrokosmos’ – die aber alles andere als akademiker-trocken, sondern berührend und tiefgründig ist.
Jeden letzten Freitag im Monat!
25.07.2008
tapetenwechsel @ Rosi's - Berlin



