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Bild: Shinedown
  • Text: Matthias Pflügner
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Shinedown
Think Big


„Post-Grunge“ – für viele nur der fette Wurmfortsatz des Alternative-Rock, erfreut sich dieses Subgenre jenseits des großen Teiches unverändert enormer Beliebtheit.

In Old Europe ist man da reservierter. Und so kommt es, dass auch Bands wie Shinedown aus Jacksonville, Florida, in den Staaten die Rockcharts anführen, Rob Zombie supporten und Platin einfahren, und hierzulande trotzdem noch mal für intime Promo-Gigs ranmüssen.

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So wie an diesem diesigen Nachmittag in Hamburg. Kaum 100 Menschen haben sich vor der improvisierten Bühne versammelt, hauptsächlich Fachpublikum und ausgewählte Fans. Richtige Stimmung will nicht aufkommen. Dezentes Fußwippen, höflicher Applaus, Hard-Rock ist anders. Die Musiker nehmen es professionell und geben trotzdem Vollgas. Zur Gitarrenbegleitung seines Kollegen Nick röhrt sich Sänger Brent Smith durch das kurze Set, bis ihm der Schweiß aus den Tattoos quillt und seinen Kajal in schwarze Sturzbäche verwandelt. Sein Stimmvolumen ist gewaltig. Fast vergisst man, dass hier nur akustisch agiert wird.

Zeitsprung: Selber Ort – vier Stunden früher. Brent (gut gelaunt und noch knochentrocken) sitzt zwischen seinen Bandkollegen Nick und Barry und betont die Vorzüge solcher Auftritte. Er sieht sie als Gelegenheit, Songs auf ihren tatsächlichen Gehalt zu testen. „Ob ein Lied wirklich knallt, merkst du doch erst, wenn du es so ‘herunterbrichst’. Außerdem können Hard-Rock-Songs auf einer einfachen Gitarre auf eine ganz andere Art explosiv sein als mit einer Riesen-Anlage.“

Als Fingerübung sicher interessant. Bei der Produktion des aktuellen Albums verließ man sich aber lieber auf Live-Orchester und geballte Mischpultpower. ‘The Sound Of Madness‘ ist teilweise so voluminös geraten – man fragt sich, wie sie die Scheibe hinterher durch die Studiotür bekommen haben. „Das war nicht leicht“, lacht Brent. „Wir wollten es eben GROSS – in jeder Hinsicht.“

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