unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

Bild: Sonic Syndicate
  • Text: Frank Thießies
  • Kommentar schreiben

Sonic Syndicate
Extrem(e) ansprechend


Irgendwo im metallisch schallenden Spannungsfeld von Cradle Of Filth, In Flames, Bullet For My Valentine und My Chemical Romance machen es sich die sechs Schweden von Sonic Syndicate gemütlich und umschiffen auf ihrem dritten Album ’Love And Other Disasters’ zugleich die seichte Gefahr, zu bequem zu klingen.

Immer wenn eine Band den Schritt zu mehr Melodiösität und damit auch Musikalität wagt, sind die Ausverkaufs-Schreie der Urfans schon aus weiter Ferne zu hören. „Ich finde das albern“, zeigt sich Gitarrist Robin Sjunnesson solchen Unkenrufen gelassen gegenüber. „Jede Band, die einen Plattenvertrag unterschreibt und Alben veröffentlicht, kann man nach dieser Logik ja als kommerziell bezeichnen. Unsere Geschmäcker in der Band sind nun mal weit gefächert und das kommt bei diesem Album nun hörbar zum Tragen.“ So loten Sonic Syndicate hierauf den Spannungsbogen der Extreme, zwischen Pop und Prügel perfekt aus und wollen sich nicht in eine stilistische Ecke pressen lassen, sondern qualitative Genre-Grundlagen eher eine Runde weiter und auf ein höheres Level transponieren.

ANZEIGE


„Manche sagen, wir seien Emo, andere halten unsere Musik für Black-Metal. Wir versuchen eben, alles in unserem Sound unterzubringen. Es gibt Songs, die den Death-Metal-Kids zusagen und andere, die eher die Alternative-Rocker ansprechen. Und genau um diese Vielfalt geht es uns. Auf YouTube habe ich letztens übrigens gelesen, unsere Musik sei ‘Disney Channel Metal’. Das fand ich ziemlich witzig“, lacht Robin.

Nun, familiäre Tendenzen sind bei Sonic Syndciate allein schon in der Besetzung gegeben, schließlich ist Robins Bruder Richard einer der zwei Sänger und Bruder Robert Teil des Gitarristen-Triumvirats. Und dann hat man mit Bassistin Karin auch noch ein Metal-Mädel an Bord. „Die feminine Seite der Band zeigt sich eher an der Tatsache, dass wir alle Make-Up tragen“, scherzt Robin. „Nein, Karin hat keine Sonderstellung in der Band, und wir als Brüder auch nicht. Unsere gemeinsame Familie heißt Sonic Syndicate.“ Der Gleichberechtigungsgedanke bezieht sich also nicht allein auf die musikalische Bandbreite der Brüder und Schwermetall-Schwester im geschmacksoffenen Geiste. Schön zu hören. Mindestens genauso wie ‘Love And Other Disasters‘.

Kommentar schreiben

  • Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen
  • Diese Seite zu del.icio.us hinzufügen
  • Diese Seite zu deinen Google-Bookmarks hinzufügen

...zurück



Kontakt -  Impressum -  Mediadaten -  Abo ·  nach oben