- Text: Nina Töllner
- Fotograf: Gerald von Foris
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Rock'n'Roll Reiseführer
Heute Mit Joey Burns (Calexico) durch Tucson, Arizona
Joey Burns hat's nicht einfach. Der Calexico-Sänger kämpft mit verstopften Nasennebenhöhlen und darf für sein neues Album namens "Carried To Dust" rund 30 Interviews in zwei Tagen absolvieren. Bei soviel geballter Fragerei über Musik freut sich der gebürtige Kalifornier bestimmt, zwischendurch mal über etwas anderes zu reden, z.B. über seinen Wohnort Tucson im US-Bundesstaat Arizona. Ein im wahrsten Sinne des Wortes heißes Pflaster...
Was ist die beste Jahreszeit, um Tucson zu besuchen?
Sommer! Das ist wie in Dantes „Inferno“ (lacht). Du lernst dich innerlich und äußerlich kennen. Zu Europäern würde ich sagen: Magst du dein Essen extrascharf, komm‘ im Sommer, also Juli, August, vielleicht September. Alle anderen sollten es im Winter versuchen, d.h. November bis Februar.
Wie heiß wird es denn im Sommer?
Richtig heiß. Teuflisch heiß. Höllisch heiß.
Wo in Tucson kann man gut Platten kaufen?
Bei „PDQ Records“ (2342 N Dodge Boulevard). Die haben eine Riesenauswahl an Vinyl. Alle Europäer gehen dorthin und kommen mit einem Stapel von 20 Platten wieder raus. Ich selbst muss mich immer zusammenreißen.
In welchem Club spielen die spannendsten Lokalbands?
Da gibt‘s jetzt mehrere. Im Stadtzentrum ist das „Hotel Congress“ (311 E Congress Street). Das Gebäude ist zum verlieben, mit viel Art Deco-Design. In Laufweite findest du das „Plush“ (340 E 6th Street) und das „Solar Culture“ (31 E Toole Avenue), eine Kunstgalerie und ein sehr schöner Ort, der von dem wundervollen Stephen Eye betrieben wird. Schräg gegenüber liegt das „Rialto Theatre“ (318 E Congress Street), das von allen am größten ist. Das Programm dieser Läden reicht von experimenteller Musik und neuen lokalen Bands bis hin zu nationalen Künstlern.
Wo gibt es das beste mexikanische Essen?
Im „Little Café Poca Cosa“ (151 N Stone Avenue). Dort muss man Chili Relleno bestellen. Das ist mit grünem Chili und überhaupt nicht scharf. Burritos gibt‘s nicht, dafür super Specials und tolle, richtig laute Musik. Der Laden ist für Frühstück und Mittag. Abendessen bekommt man einen Block weiter im „Café Poca Cosa“ (110 E Pennington Street). Im Gegensatz zum bunten, eher folkloristischen „Little Café“ ist das „Café“ modern und stylisch.
Was hat Tucson, was keine andere Stadt hat?
Oh Mann, so viele Dinge... Kakteen! (lacht) Es gibt einen wunderbaren modernen Architekten namens Rick Joy. Er hat mehrere fabelhafte Gebäude und Eigenheime in Tucson entworfen. Die Mauern sind aus gestampfter Erde, einer Mischung aus Schlamm und Zement. Sie sehen aus wie Beton, sind aber aus Schlamm! Joy ist sehr einzigartig und weltbekannt, nimmt Altes und hebt es auf ein modernes Level. Sehr inspirierend. Er war auch mal Schlagzeuger und sagt, er hätte mit Dizzy Gillespie gespielt.
Wo gehst du hin, wenn du mal deine Ruhe haben willst?
Zum „Saguaro National Monument West“. Das ist ungefähr 20 Autominuten von Tucson entfernt. Dort findet man keine Menschenseele, nur einen Wald von Saguaro-Kakteen. Auf dem Weg dorthin musst Du am „Gate‘s Pass“ anhalten, den ich in dem neuen Song „Slowness“ erwähne.
Und was gibt‘s da zu sehen?
(lächelt) Das müsst ihr selbst herausfinden.
Auch gut: "Carried To Dust" - das neue Album von Calexico
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