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Bild: Jaguar Love
  • Text: Thomas Müller
  • Fotograf: Michael Lavine
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Jaguar Love
Heavy Petting Zoo


Die Blood Brothers sind Geschichte. Und nun? Jaguar Love haben die Antwort.

Für viele war die Nachricht über das endgültige Ende einer der letzten Kreativzellen im Hardcore/Punkrock ein unerwarteter Schock. Nun steht mit dem Jaguar Love-Debüt ‘Take Me To The Sea‘ das erste Album der Post-Blood Brothers-Ära in den Startlöchern und gibt Gelegenheit zu einer Bestandsaufnahme.

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Irgendwie schien nach dem Split alles sehr schnell zu gehen. Zwischen Gründung der Band durch BB-Heliumstimme Johnny Whitney, Gitarrist Cody Votolato und Ex-Pretty Girls Make Graves-Mitglied J Clark - seines Zeichens Produzent, Drummer und Bassist in Personalunion - und den ersten Demo-Songs auf MySpace, den ersten Shows mit Queens Of The Stone Age, der Aufnahme und Veröffentlichung der Platte vergingen jeweils nur ein bis zwei Monate. Und nun die erste große Überseetour mit Live-Bassist Rob Pope von Spoon - sieht nach einem sauberen Blitzstart für die damit zu einer echten Indie-Supergroup mutierte Raubkatzen-Liebe aus.

„Wir wollten einfach keine Zeit verlieren“, erklärt Sänger Johnny. „Ich finde es ganz schlimm, nichts zu tun zu haben“, erklärt er. Trotzdem lümmelt Johnny während des Gesprächs entspannt im schicken Nightliner, den die Band genauso aus eigener Tasche vorschießen musste wie alles andere. Hyperaktiv ist der Mann aber zweifellos. Ein bisschen wirkt der kleine Blondschopf immer so, als stünde er ständig unter Strom und könne die sich stauende Energie, die sich bei der später folgenden Show eindrucksvoll entladen wird, nur schwer im Zaum halten. „Viele der Songideen hatte ich auch schon seit einigen Jahren auf Lager, wurde als Songschreiber aber nie akzeptiert, das war schon frustrierend“, platzt es aus ihm heraus und das klingt schon wesentlich deutlicher als zum Beginn des Gesprächs, als er die wahren Gründe für die Trennung seiner ehemaligen Hauptband lediglich in vagen Floskeln andeutet.

Angedeutet hatte sich Johnnys Ausreißversuch bereits vor drei Jahren, als er gemeinsam mit Blood Brothers-Drummer Mark das Neon Blonde-Projekt ins Leben rief. Für das Songwriting gab‘s dann diesmal auch nur eine Regel: keinen Hardcore mehr. Folgerichtig klingt das Ergebnis sehr viel poppiger, mehr Glam, mehr Disco, mehr Eklektizismus, streckenweise genial und absolut eigenständig. Ein sehr gelungener Einstand, und mit Past Lives und Champagne Champagne stehen ja auch schon die nächsten BB-Nachfolger bereit. Es bleibt also weiterhin spannend!

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