- Text: Timo Richard
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Slipknot
Salto Mortale
Der Zirkus ist wieder in der Stadt: Vier Jahre nachdem Slipknot mit „Vol. 3: The Subliminal Verses“ den Scheitelpunkt der ’New Wave of American Heavy-Metal’ markiert hat, steht die Band aus Iowa mit ihrem vierten Album unter enormem Erwartungsdruck. Und noch bevor sich ’All Hope Is Gone’ durch die plattenfirmeninduzierte Hochsicherheits-Eierschale gepickt hat, ergeht sich das vor Spannung schier platzende Publikum in Spekulationen über den Zustand der Band, die neuen Masken, die möglichen Chartplatzierungen und überhaupt. Nur über Musik will niemand so richtig reden.
Das aufgeregte Bohei um das Interview mit „dem Clown“ erhärtet nur den Eindruck, es im Falle Slipknot 2008 mit einer Art Roncalli aus der Hölle zu tun zu haben. Shawn „Clown“ Crahan, der sich überraschenderweise als offener und nachdenklicher Gesprächspartner entpuppt, relativiert den Rummel um die Band: „Um ehrlich zu sein, geht uns das am Heck vorbei. Ich verbringe wenig Zeit damit zu überlegen, was du oder sonst wer darüber denkt, was ich tue. Ich mache Kunst und weiß, dass - solange ich mir dabei selbst treu bleibe - die Leute das am Ende mögen. Den Fans geht es um unsere Aufrichtigkeit.“
Künstlerische Integrität in einer Band wie Slipknot aufrecht zu erhalten, erscheint trotzdem kein leichtes Unterfangen. Die lustigen neun sind immerhin ein Grammy-prämiertes, multinationales Metal-Unternehmen, und neben den nudelhaarigen Power-Rockern Nickelback die Lebensversicherung ihres Labels. Gefühlte Milliarden Slipknot-Aufnäher zieren zum Schulranzen umfunktionierte Armeerucksäcke in aller Welt. Ein gewisser Erwartungsdruck sollte also bis unter die Latexmaske vordringen. Ansichten eines Clowns: „Ja natürlich. Das alles laugt dich manchmal aus, körperlich und seelisch. Du brauchst eine hohe Arbeitsmoral. Du musst lernen, Kontrolle abzugeben. Und am Ende musst du dir eine multiple Persönlichkeit zulegen, um nicht durchzuknallen. Es wird von dir verlangt, dass du dich ganz in den Dienst der Sache stellst. Ich habe aber vier Kinder und eine Frau, natürlich geraten persönliche Interessen und Arbeitsanforderungen da aneinander.“
Plötzlich erscheint eine gestandene Institution der destruktiven Hartmetallmusik wie ein äußerst fragiles Gebilde. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung war von verschiedenen Bandmitgliedern zu hören, dass sich das Slipknot-eigene „Böser-Härter-Weiter“-Konzept inklusive Anger-Management-Ansatz mit fortschreitender Existenzdauer des Projekts zu einer Art goldenem Folterkäfig entwickelt hat. Bedenkt man das kreative Potenzial der Band, die mit herausragenden Einzelmusikern gespickt ist, und dazu das mittlerweile erreichte Alter der Mitglieder – Crahan etwa ist mittlerweile 38 – erscheint es nur logisch, dass sich die Pflege eines Anti-Images, das offen Jugendliche anspricht, zum Drahtseilakt entwickelt hat. Andere Künstler flüchten an diesem Punkt ihrer Karriere in transzendente Weiten, um mondscheindestilliertes Kabbala-Wasser zu schlürfen. Und auch der Clown gibt zu, dass neben Slipknot sicher andere Wege existieren, die innere Pein zu bekämpfen: „Wahrscheinlich werde ich bald sehr spirituell, oder ich mache Kung Fu.“ Ach, haben wir doch fast das Wichtigste vergessen: die Musik. „Da haben andere in der Band mehr Ahnung von unserem Genre“, sagt der Clown. Tusch!
New Wave Of American
Heavy-Metal
Die New Wave Of American Heavy-Metal ist ein popkulturelles Phänomen der Neunziger und bezeichnet eine Umorientierung im amerikanischen Heavy-Metal, die gleichzeitig den Aufstieg einiger ausgewählter Knüppelbands in den kommerziellen Mainstream markierte. Bands wie Pantera, Slipknot, Machine Head oder Biohazard orientierten sich musikalisch stark am Bay Area-Trash der Achtziger und New York-Hardcore und lenkten das Genre so weg von den während der Grunge-Ära vorherrschenden, traditionellen Blues-Einflüssen. Auch auf „All Hope Is Gone“ sind Slipknots Trash-Metal-Einflüsse deutlich zu hören. Stakkatoriffs und schneidende Gitarrensoli prägen die neue Veröffentlichung.
NIKOLAUS SPECIAL! LIVE: ATTACK IN BLACK & STALIN VS. BAND
06.12.2008
unclesally*s NIKOLAUS Party @ Magent - NIKOLAUS SPECIAL! LIVE: ATTACK IN BLACK & STALIN VS. BAND
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