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Bild: Auf der Couch mit
  • Text: Marcus Willfroth
  • Fotograf: tompigs.com
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Auf der Couch mit
Primal Scream


Um zu sich selbst zurückzufinden, brauchten Primal Scream mehr als ein Jahrzehnt und präsentieren sich mit ihrem neuen Album „Beautiful Future“ in Bestform. Über Drogeneskapaden und Alkoholabstürze wollen sie zwar nicht mehr sprechen - wir bugsierten Sänger Bobby Gillespie und Bassist Gary „Mani“ Mounfield auf unsere Couch und fragten trotzdem nach.

Mit 20 Bandjahren auf dem Buckel habt ihr viele Trends kommen und gehen sehen - mit welchem könnt ihr bis heute nichts anfangen?

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Bobby: Es gibt in England seit langem eine Bewegung unter Jugendlichen, die furchtbar ist: Kids schleusen sich mit einer Kamera in angesagte Clubs ein und warten darauf, dass irgendein Promi vor ihrer Linse kokst oder ähnlichen Mist veranstaltet. Diese Leute dringen in die Privatsphäre ein, nur um die Fotos gewinnbringend an die Klatschpresse zu verkaufen. So entstand auch das berühmte Kate Moss-Video!

Mani, wenn du die Möglichkeit hättest 20 Jahre zurückzureisen um Bobby einen Ratschlag zu geben, welcher wäre das?
Mani: Eigentlich keinen, er soll alles genauso machen! Vielleicht wäre es von Vorteil, ihn vor den Klauen der Plattenindustrie zu warnen und sich nicht so gedankenlos allem auszuliefern, nur damit er sich jeden Tag den Kopf wegballern kann.

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet und ihr seid gestandene Familienväter. Ist auch das Bandleben dadurch entspannter geworden?
Mani: Nein, eher komplizierter! Wir lieben es, auf Tour zu gehen, und ich sage dir, wenn du wieder zu Hause bist, irrst du wie ein Fremder durch die Wohnung.
Bobby: Meine Frau bezeichnet mich immer als Astronaut und hat Recht. Ich schwebe durch unser Haus und denke permanent: Wo sind die Leute, die mir applaudieren, ich habe gerade Spaghetti mit Tomatensoße gekocht - warum feiert mich niemand?

Würdet ihr eure Familien als das Beste bezeichnen, was euch je passiert ist?
Mani: Der Typ neben mir ist das Beste, was mir je passiert ist. Als sich die Stone Roses trennten und ich als Bassist arbeits- und perspektivlos war, kam Bobby und meinte: Alter, wenn du nichts zu tun hast, mach bei uns mit!
Bobby: Meine Frau ist - (schüttelt den Kopf) Mani, das Kompliment kann ich nur zurückgeben - du hast mir damals mit all deinem Wissen echt den Arsch gerettet.

Zum Schluss, was bedeutet dieser Tage Verantwortung für euch?
Mani: Mein Geschirr zu spülen.
Bobby: Mani dabei zu helfen. (beide lachen)

FAZIT
Ein guter Beweis, dass sich Musiker auch ohne chemische Zusatzstoffe bestens amüsieren können. Primal Scream sind ein Paradebeispiel dafür, dass ein ausschweifender Lebensstil nicht das Ende aller Tage bedeuten muss - sofern die Läuterung einsetzt. Gerade noch mal die Kurve bekommen und offensichtlich nicht zu alt für echten Rock‘n‘Roll, lebt die gemeinsame Band weiter!

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