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Bild: ¡Forward, Russia!
  • Text: Steffen Meyer
  • Fotograf: Danny North
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¡Forward, Russia!
¡Forward, Russia!


¡Forward, Russia! wildern auf ihrem zweiten Album ’Life Processes’ in neuem Gehege.

Die Songs habenplötzlich ’richtige’ Titel und keine Nummern mehr. Das Artwork wurde nicht an einem versoffenen Kneipenabend auf Graupappe geschmiert und ihr Produzent Matt Bayles ist bisher eher für progressive Gitarren-Ungeheuer wie Isis und The Blood Brothers tätig gewesen.

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Vom wild um sich beißenden Hochleistungssound hat sich das Quartett aus Leeds aber keineswegs verabschiedet. Die Tanzflächen kann man mit ’Life Processes’ immer noch füllen, es besteht jedoch die Gefahr, dass sich diverse Beine ineinander verheddern und man mit viel Krawall in einer Bierlache landet. „Auf unserem Debüt ’Give Me A Wall’ haben wir einfach die Sau rausgelassen“, lacht Sänger Tom Woodhead. „Das war cool, doch wir wollten beweisen, dass wir noch mehr drauf haben.“ Zunächst aber mussten die Bühnen der Indie-Discos erobert werden. Die letzte US-Tour hat Tom noch in guter Erinnerung. „Das war ganz schön schräg. Den einen Abend spielst du in New York vor 400 Leuten und zwei Tage später stehen irgendwo in Kansas 15 Leute vor der Bühne.“

Insgesamt gehen Tom, Whiskas (Gitarre), Rob (Bass) und Schlagzeugerin Katie auf ’Life Processes’ viel verschrobener zur Werke und türmen immer mehr Soundschichten übereinander. Häufig zerstückeln sie ihre Songs mit Gitarrensägen, lassen die Drums zu halbkontrollierten Attacken vorpreschen, Tom singt Falsett und mit ’Fosbury In Discontent’ haben sie ihre erste Ballade geschrieben.

Gab es für die Briten auf ’Give Me A Wall’ nur ein Ziel, auf das sie mit Vollgas zurasten, schalten sie jetzt häufiger in Gänge, die im ersten Augenblick nach Prog-Rock, dann sogar nach Metal klingen können. In etwa so, als hätten Josh Hommes Queens Of The Stone Age zu einer Dessert Session geladen und auf der Liste ständen nur Mogwai und Muse. Das Ausrufezeichen im Namen haben sich ¡Forward, Russia! mit ihrem zweiten Album endgültig verdient.

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