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Bild: The Notwist
  • Text: Marcus Willfroth
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The Notwist
Das Stigma des Überalbums


Musik ist und bleibt eine Frage der Rezeption. The Notwist wissen dies nur zu gut und versuchen dieser Tage mit ihrem neuen Album ’The Devil, You + Me’ die Schatten des übermächtigen Vorgängers ’Neon Golden’ abzuschütteln.

Im Jahre 2002 gab es hierzulande wohl kaum eine andere Band, auf die man sich leichter einigen konnte als auf The Notwist. „Es hatte schon surreale Züge, was da passiert ist“, antwortet ein gut aufgelegter Markus Acher auf die Frage, wie die Band das damals selbst wahrgenommen hat. „Richtig gerafft haben wir diesen Hype - wenn man das so nennen will - eigentlich erst zwei, drei Jahre später. In einer Situation, in der wir eigentlich längst am neuen Album arbeiten wollten.“ Daraus wurde jedoch nichts. Ihre Zusammenarbeit mit Themselves, einem amerikanischen Elektro-/HipHop-Projekt, klang ihnen am Ende zu wenig nach The Notwist und erschien 2005 kurzerhand unter dem Namen 13&God.

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„Das war eine wichtige Erfahrung: Zu sehen, dass da Songs aus unserer Feder entstehen können, die uns zwar sehr gefallen, aber eben nicht das Gefühl eines neuen Notwist-Albums in sich tragen.“ Im Anschluss widmeten sich die fünf Weilheimer wieder ihren unzähligen Nebenprojekten und starteten vorerst keine weiteren Versuche, einen Nachfolger für ’Neon Golden’ zu erschaffen. Spekulationen, dass sie der Erfolg dieses Albums kreativ gehemmt habe, weist Acher freundlich aber bestimmend von sich. „Das ist falsch“, überlegt er und ergänzt, „es gab da keinen genauen Zeitpunkt, an dem wir zu uns sagten: ’Okay, jetzt können wir wieder ein neues Album aufnehmen!’ Der einzige Plan war ein Arbeiten in alle Richtungen. ’The Devil, You + Me’ sollte ein Songwriteralbum werden - und einiges mehr.“

Vor allem Letzterem ist zuzustimmen. Nach langer Pause und zwei Jahren Studioarbeit werfen The Notwist ein Album in die Wagschale, das seinesgleichen sucht! Es stimmt schlichtweg alles: Die Elektronik schmiegt sich perfekt an die sanfte Instrumentierung und textlich fährt die Band so schwere Geschütze auf, dass es einem die Sprache verschlägt und Tränen in die Augen treibt. Die Erwartungen wurden übertroffen.

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