unclesally*s - willkommen zu hause

Bild: Talk Radio Talk
  • Text: Roy Fabian
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Talk Radio Talk
Bloß kein Gejaule


Simon Geschke hört meistens NDR-Info. "Bildungsfunk", wie der Gitarrist von Talk Radio Talk meint. Verkopft ist deren Debüt 'Beyond The Lines' deswegen aber noch lange nicht.
Eher im Gegenteil. Zwei exzellente EPs gab es bisher vom Sechser aus Stade, und die waren roh und direkt, ohne gleichwohl auf Tiefe zu verzichten. "Wir möchten rocken und berühren", fasst Simon dann auch das Konzept zusammen, das Talk Radio Talk nun erstmals auf Albumlänge ausbreiten. Hardcore trifft hier auf Emotion, "allerdings ohne den typischen Schrei- und Jaulgesangswechsel". Tatsächlich muss man den Niedersachsen unumwunden zugestehen, dass sie einfach machen. Abseits der Blaupausen. Wenn Talk Radio Talk ihr Herz ausschütten, dann wird es dynamisch, struppig und atmosphärisch zugleich. Dass da auch mal eine Spur Pathos Einzug erhält, passiere einfach, sagt Simon, nicht nur musikalisch, sondern auch textlich. "Wir können uns jedenfalls nicht über lustige Tage am Baggersee auslassen."
Bauke de Groot mochte den Ansatz. Auf seinem Label Swell Creek veröffentlichte der Wahl-Hamburger einst auch JR Ewing, eine Referenz, mit der Talk Radio Talk durchaus etwas anfangen können. "Als mit 'Swell Creek' alles in trockenen Tüchern war, haben eigentlich nur die Korken geknallt." In der Frage, inwiefern sie denn nun bald selbst regelmäßig im Radio zu hören sind, gibt sich Simon aber eher skeptisch. "Ich glaube, dazu sind wir am Ende zu sehr Nischenmusik." Die täte so mancher Playlist jedoch richtig gut. Nicht als Einspieler im gesetzten Bildungsfunk, sondern als Klangdiamant im gähnend langweiligen Formatprogramm.

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