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Bild: Thrice
  • Text: Benjamin Foitzik
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Thrice
Wo sind die Eier?


Auf der Suche nach dem Stein der Weisen haben die kalifornischen Berufswohltäter Thrice mit dunkler Alchemie und kreativen Säften ihr Opus Magnum im Reagenzglas zusammengebraut. ’The Alchemy Index’ heißt der wuchtige Kaventsmann - und bedarf einer Gebrauchsanweisung.

Im Tourbus abgehangen, eingedöst und eine fette Vision gehabt: Thrice-Oberhäuptling Dustin Kensrue wurde im Halbschlaf von der Idee zu ’The Alchemy Index’ begattet und kam nicht mehr von ihr los. Da die Kalifornier mit der Wuchtbrumme ’Vheissu’ soeiso schon musikalische Perfektion erreicht hatten, dachten sie sich: „Scheiß drauf, wir machen jetzt die ganz große Nummer!“ Und diese widmet sich nichts Geringerem als der musikalischen Umsetzung der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft.

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Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht - es ist scheißkompliziert. „Das ist ein einmaliges Projekt“, stellt Kensrue klar, „kein normales Thrice-Album, das verschiedene musikalische Elemente zusammenführt. Es geht vielmehr darum, die Bausteine unserer Musik auf vier verschiedene Ebenen zu verteilen und bis an die Grenzen auszudehnen.“

Nachdem das lodernde ’Fire’ und das plätschernde ’Water’ schon vor einem halben Jahr gezeigt haben, welch unterschiedliche Gesichter die Musik-Adepten Thrice besitzen, bedeutet „bis an die Grenzen ausdehnen“ im Fall der nun erscheinenden ’Air’ und ’Earth’: Musik machen, die man so noch nie von dieser Band gehört hat. Irgendwo zwischen Coldplay, Sigur Rós und Radiohead gleiten die einstigen Post-Hardcore-Ikonen nämlich durch die wolkige Klangatmosphäre von ’Air’, bis sie nach sechs Nummern schließlich sanft gegen ein Bergmassiv schellen, auf die Erde purzeln und mit souligen, fast Chanson-artigen Folk-Klängen den Americana-Acker pflügen.

Selbst wenn man Thrice mit Eiern in der Hose bevorzugt - in seiner Gesamtheit ist ’The Alchemy Index’ ganz große Alchemie, deren Genialität man eventuell erst in ein paar Jahren erschließen wird.

Dass Kenrues kreative Säfte mit der Geburt dieses Riesenbabys versiegt sind, steht übrigens nicht zu befürchten. „Wir haben geblutet, um diese 24 Songs auf eigene Faust fertig zu stellen. Für das nächste Album zehn Stücke zu schreiben, ist so, als würde man mit schweren Gewichten trainieren und danach ein paar leichtere hochheben - ein Kinderspiel“, blickt der 27-Jährige schon wieder nach vorne.

Es steht also noch einiges auf dem Zettel im Hause Thrice, bevor Manitu zur letzten Jagd bläst. Apropos - da bietet sich natürlich die Frage an: Wenn seine Zeit gekommen ist, von welchem der besungenen Elemente möchte der Maestro wohl am liebsten in die ewigen Jagdgründe befördert werden? Was macht mehr Spaß: erfrieren, ertrinken, verbrennen oder lebendig begraben werden? „Ich würde Ertrinken bevorzugen, es soll an einem Punkt geradezu euphorisch sein: Du bekommst Panik und dein Körper schüttet jede Menge Chemikalien aus, um dich zu beruhigen.“ So geil das klingt - lass’ mal, Dustin. Wasserleichen sehen doch scheiße aus.

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