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Bild: Auf der Couch mit
  • Text: Steffen Meyer
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Auf der Couch mit
Igor & Max Cavalera (Cavalera Conspiracy)


Das Brüderpaar Cavalera stürmt in unser Psychologenzimmer und pflanzt sich auf die Geständniscouch. Es gibt viel zu bereden: Nach ersten gemeinsamen Sepultura-Tagen trennten sich 1997 die musikalischen Wege der Brüder, als es zu einem zünftigen Streit in der Band kam. Der Grund: Max Cavaleras Ehefrau. Doch Blut ist bekanntlich dicker als Wasser und so raufen sich die Brüder nach unzähligen Projekten wieder zusammen. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. So das Motto unser heutigen Freudschen Sitzungsstunde.

Wer war der Liebling eurer Mutter?

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Max: Keiner, sondern eher unser Hund oder unsere Schwester.
Igor: Im Ernst: Unsere Mutter hatte keinen Favoriten. Sie konnte keinen haben. Als Igor und ich zehn Jahre alt waren, starb unser Vater während einer Bootstour an einem Herzinfarkt. Er war gerade 40 Jahre und starb in unseren Armen. Sein Tod war für unsere Familie ein Schock in vielerlei Hinsicht, auch finanziell. Unsere Mutter musste ab jetzt für alle da sein. Wir hatten nie das Gefühl, einer von uns beiden wäre ihr Darling. Sie sorgte dafür, dass wir alle unsere Momente mit ihr hatten. Ich (Max) habe ja selbst fünf Kinder, zwei sind von mir, drei habe ich adoptiert und ich bin immer bestrebt, sie wissen zu lassen, dass ich sie alle gleich lieb habe.

Igor, was war die schlimmste Verletzung, die Max dir während eines Kampfes je zugefügt hat?
Igor: Oh, da gab es etwas ganz Brutales. Wir waren noch Kinder, sechs oder sieben Jahre alt. Max und ich spielten auf einer Baustelle Räuber und Gendarm und haben ziemlich verrücktes Zeug angestellt.
Max: Wir sind durch die Gegend gesprungen, haben uns versteckt und durch dunkle Räume gejagt.
Igor: Max griff in eine herumstehenden Beutel. Er dachte, darin wäre Sand, und schleuderte es in mein Gesicht. Es war aber kein Sand, sondern Zement. Ich war für eine Woche blind, musste im Krankenhaus bleiben und unsere Mum ist echt durchgedreht. Es war natürlich keine Absicht. Brüder verprügeln sich nun mal, und wäre es Sand gewesen, hätte es auch kein Problem gegeben. War es aber nicht.

Max, gibt es einen besonderen Trick mit dem du deinen Bruder wahnsinnig machen kannst?
Max: Dafür benötige ich nur einen Satz. Mit dem kann ich aber nicht nur Igor, sondern die komplette Band wahnsinnig machen. Bei jedem Fotoshooting frage ich, ob der Fotograf die "Fisheye Lens" benutzt. Das ist diese besondere Kameralinse, mit der man richtig böse und verdächtig aussieht. Igor sagt dann jedes Mal, dass ich mich verpissen soll.

Fazit:
Der Familienname in Cavalera Conspiracy symbolisiert die alte, neue Verbundenheit der Brüder. Selbst nach jahrelanger Abstinenz im gemeinsamen Musizieren ticken ihre Metal-Herzen nach wie vor im Gleichschritt.

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