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Bild: The Teenagers
  • Text: Heiko Reusch
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The Teenagers
Jugend forscht


Erst ’La Boum’ und jetzt: The Teenagers. Die drei Franzosen reihen sich mit ihrem Debütalbum ’Reality Check’ in die große Kunst des verkitschten Erwachsenwerdens ein. Wir haben mit den Berufsjugendlichen gesprochen und denken seitdem darüber nach, ob man das Heranwachsen männlicher Jugendlicher in Frankreich auch einfacher beschreiben könnte: „Pimmel raus, Mofa fahren.“

Mathieu hieß der flaumbärtige, dunkelhaarige Alleskönner in ’La Boum’. Der Drecksack hat Sophie Marceau abgeschleppt, ihr den Stehblues erklärt und - hoho - ein Mofa hatte der Teufelskerl auch noch. Das, was einen heranwachsenden Kerl im (filmischen) Paris des Jahres 1980 ausmachte, sieht 2008 natürlich ein bisschen anders aus.

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Quentin Delafon weiß das. Nicht mehr in Paris, sondern in London wohnt der Sänger der französischen Band The Teenagers. Zusammen mit Dorian Dumont und Michael Spziner, ebenfalls Exil-Franzosen, umkreist er gute 28 Jahre nach dem Kinostart von ’La Boum’ mit dem Debütalbum ’Reality Check’ nun genau denselben Themenkreis wie einst der humorvolle Film: erst die Liebe, dann der Herzschmerz und dazwischen Heavy Petting.

Statt Stehblues konzentrieren sich The Teenagers allerdings auf Indie-Pop und anstelle von Sophie Marceau sind die Berufsjugendlichen in die Global-Ikone Scarlett Johansson vernarrt. Der Hollywood-Schauspielerin haben sie einen Song (’Starlett Johansson’) gewidmet, der schwer nach feuchtem Traum mit anschließenden Joghurtflecken auf dem Bettlaken klingt. „You don’t believe in monogamy. I’m not jealous, Scarlett will you marry me?“, fleht Quentin darin, so verschossen ist er.

38 Minuten lang dreht sich auf ’Reality Check’ beinahe alles um Sex. Doch während die ebenfalls sex-affine Peaches mit ihren überdeutlichen Texten so etwas wie eine Gala des wuselnden Schamhaars betreibt, widmen sich The Teenagers eher den Problemen aus in der Abteilung ’Jugend forscht’. „Wir sind zwar alle Mitte 20, aber wir erinnern uns gerne an die Teenagerzeit zurück. Eigentlich geht es da ja nur um eins: Wann zur Hölle verliere ich meine scheiß Jungfräulichkeit und kann endlich mitquatschen?“, schmunzelt Quentin. „Später lacht man dann über sich selbst. Und wie sehr einen diese eine Sache beschäftigt hat.“

Die Zeitreise zurück ins Teenie-Alter kommt vor allem in ihrer neuen Heimat gut an. Kein Wunder, denn die schnoddrigen Synthies, die Dauerironie und die T-Shirts mit dem riesengroßen V-Ausschnitt passen perfekt ins topshopgeile London. „Wir gelten hier als totale Exoten. Alle wollen immer, dass wir was sagen, weil unser Englisch mit französischem Einschlag ein bisschen verrucht klingt. So als hätten wir das auch alles erlebt, worüber wir singen“, sagt Quentin und freut sich. Ob die besungenen Erlebnisse aus der Teenagerzeit wahr sind, das will er nicht verraten. Aber ’La Boum’ findet er auch geil und ein Mofa wie Mathieu will er auch gehabt haben. Warum wohl? „Damit konnte man Mädchen rumkriegen“, grinst er.

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