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Bild: Rock'n'Roll Reiseführer
  • Text: Michael Jäger
  • Fotograf: Matt Mendenhall

Rock'n'Roll Reiseführer
Mit Chris Robinson (The Black Crowes) nach Topanga Canyon, Los Angeles County


Westlich von L.A. gelegen, galt das 12.000-Einwohner-Städtchen Topanga mitsamt seinem mythologisch aufgeladenen Canyon bereits während der Siebziger als Mekka der kalifornischen Folk-Szene. Neben aktuellen Protagonisten wie Devendra Banhart hat dort auch Chris Robinson von den seit 2005 wiedervereinigten Black Crowes sein ganz persönliches, ähem, Eiland gefunden.


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Wie kommt ein Junge aus Atlanta, Georgia, nach Topanga Canyon?
Weil das hier ein verdammtes Paradies für Hippies ist, Mann! Außerdem ist so ein ausreichender Abstand zwischen mir und meinem Bruder Rich gewährleistet. Er wohnt in Connecticut, wir leben also 3.000 Meilen voneinander entfernt. Diese Distanz spricht unser Verhältnis betreffend Bände. Eigentlich lieben wir uns ja, aber ein gewisser Sicherheitsabstand tut uns beiden gut. (Anm.: Die Streitereien zwischen den Robinsons hatten 2001 zu einer vorläufigen Trennung der in den Neunzigern enorm populären Band geführt)

Warum ist Topanga auch für den normalen L.A.-Touristen interessant?
Weil es sich wunderbar zur Stadtflucht eignet, wenn man dem ganzen Mief mal entkommen will. Es gibt auf den ersten Blick nicht besonders viel zu tun bei uns in Topanga. Aber die Ruhe ist himmlisch. Du kannst einen gemütlichen Spaziergang durchs Dorf machen, in Ruhe einen Kaffee trinken und dich von den tollen Seerosen betören lassen.

Und wenn man von all der guten Luft hungrig geworden ist?
Geht man ins gute mexikanische Restaurant "Abuelitas" (137 S Topanga Canyon Blvd), dort spielen auch manchmal Bands. Außerdem kann ich "Froggys" empfehlen ("Froggy's Fish Market & Restaurant", 105 N Topanga Canyon Blvd). Und dann gibt es eine "Flying Pig"-Filiale in Topanga. Draußen steht eine Statue von ihrem Logo, diesem Schwein mit Flügeln. Mein vierjähriger Sohn (aus der Ehe mit Schauspielerin Kate Hudson) erzählt allen Leuten: "Wo wir leben, gibt es fliegende Schweine."

Wo trifft man dich am häufigsten?
Im "Topanga State Park", mit Abstand der schönste Platz bei uns. Dort hängen Mein Sohn und ich dauernd ab und verbringen unsere Tage mit Büchern und Spaziergängen.

Und wenn die Sonne untergeht?
Ein Stück die Straße hoch in Malibu gibt es dieses Restaurant direkt am Meer, "Malibu Sea Food" (25653 Pacific Coast Highway). Dort gibt es die besten Fish & Chips der ganzen Westküste, das sagen sogar die Engländer. Man trifft dort eine Menge von ihnen. Ich persönlich gehe allerdings am liebsten im Winter hin, wenn wenig Touristen da sind. Man sitzt einfach mit einem Drink auf der Terrasse und beobachtet draußen in der Bucht die Delphine.

Gibt es einen Live-Club?
Nicht direkt. Aber wenn man Glück hat und die richtigen Leute kennt, kann man in Topanga etwas erleben. Vor einigen Wochen feierten wir meinen Geburtstag auf meiner Veranda. Zusammen mit Jonathan Wilson (der in seinem Studio in Laurel Canyon jeden Mittwoch Open-Sessions mit Leuten wie Wilco veranstaltet) spielten wir bis spät in die Nacht und weckten sämtliche Kinder im ganzen Canyon. Auf der Straße hatten sich bereits einige hundert Zuhörer versammelt, aber irgendwann kam die Polizei und löste das Ganze auf. Generell kommt aus Kalifornien die beste neue Musik: Devendra, Joanna Newsom, Comets On Fire, Six Organs Of Admittance. Wir sind die Alternative zu allem, was in den USA zurzeit falsch läuft.

Auch gut: "Warpaint", das erste Black Crowes-Album seit sieben Jahren.

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