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Bild: Guns N'Roses
  • Text: Michael Jäger
  • Label: Universal
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Guns N'Roses
Chinese Democracy


In 15 Jahren kann man Kinder großziehen, Abitur machen und zweimal sitzen bleiben, eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Oder eben ein Album aufnehmen - und sich dabei in Exzesse verstricken und zunehmend erratisch gebärden. Nun ist es soweit: "Chinese Democracy", das ewigste Album in der Geschichte des Rock, ist fertig, man kann es sogar kaufen. Es ist natürlich ein megalomanischer Ego-Trip, dem es an Erdung durch die ausgeschiedenen Slash, Duff McKagan und Izzy Stradlin gebricht. Das meiste ist zu lang und überfrachtet, bis zu vier Gitarrensoli pro Song sind keine Seltenheit. Aber in seinem endlosen Wahn hält das Werk auch unerwartet gute Momente parat. "Prostitute" verliert sich zwar im Inferno der sirrenden Streicher und Gitarren, "I.R.S" muss - wie viele Stücke - ohne echten Refrain auskommen und "Shackler's Revenge" ist ein unerträglicher Lärm. Aber mit "There Was A Time", einem elegischen Rückblick auf den Hinterhof-Gründungsmythos der originalen Guns N'Roses, gelingt Rose eine fesselnde Mini-Suite, mit "Catcher In The Rye" ein zu Herz gehendes Drama. Am Ende vielleicht die größte Überraschung: dass "Chinese Democracy" tatsächlich das beste ist, was irgendeines der ursprünglichen Mitglieder seit dem endgültigen Split zuwege gebracht hat. Freilich lag die Latte nicht allzu hoch.

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