unclesally*s - willkommen zu hause

Bild: MGMT
  • Text: Heiko Reusch
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MGMT
Oracular Spectacular


Rockstars sind tot. Botox hat die letzten Überlebenden straff gemacht und in Zombies verwandelt. Rock-Mackerei hat zwar immer noch Hochkonjunktur in der Pop-Kultur, aber es kommt eher einer schauspielerischen Leistung gleich. Alles schon mal da gewesen, fast jede Pose fad. Das wissen auch die New Yorker Ben Goldwasser und Andrew Vanwyngarden (so will ich auch heißen!) alias MGMT, die gleich im Opener "Time To Pretend" ironisch um Models, Suff und Heroin bitten, den unvermeidlichen Superzutaten für ein inszeniertes Rockstar-Gelage. Nüchterne Erkenntnis des Überhits: Rockstar-Sein ist nicht mehr, wir können nur so tun als ob. Das aber mit reichlich wohltuender Gaganess.
Vollblut-Weirdos sind die Herren aus New York, das lässt schon der Neon-Naturvolk-Look auf dem Cover erahnen. Über zehn Songs streifen die beiden so ziemlich jedes musikalische Genre und veranstalten dabei eine psychedelische Planschbeckenparty. Die Mischung aus Elektro-Glam ("Electric Feel"), Psychedelic-Pop ("The Youth") und Neo-Shoegaze ("Of Moons, Bird And Monsters") klingt so, als hätten My Bloody Valentine eine böse Minute gehabt und kurzerhand die fistelstimmigen Scissor Sisters aufgegessen, während Architecture In Helsinki zuschauten und Iggy Pop Beifall klatschte. "Oracular Spectacular" ist mehr abgefuckter Rockstar, als es Lach- und Schießfiguren wie Pete Doherty je sein werden.

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