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Bild: Blood Red Shoes
  • Text: Christine Stiller
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Blood Red Shoes
Box Of Secrets


Was haben wir denn da? Zwei junge, hübsche, modisch vollends am Puls der Zeit geparkte, südenglische Albumdebütanten. Für viele Musikinteressierte wäre dieser vermeintliche Déjà-vu-Effekt sicher schon Grund genug, das Weiterlesen genau an dieser Stelle zu beenden. Doch keine Angst. Die Blood Red Shoes sind - dem Himmel sei Dank - nicht der gefühlte 700. Gitarren-Indie-Nachwuchs von der Insel, den uns die rauhe Brandung diese Woche an die Kontinentküste spülen konnte. Laura-Mary Carter und ihr Kollege Steven Ansell langweilen uns auf „Box Of Secrets“ nicht mit möchtegern-verrotztem Kinderzimmer-Rock und braver Indie-Schrammelei.
Selbstbewusst direkt und mit blanker instrumentaler Durchschlagskraft serviert uns das Brightoner Duo ein sattes Paket an Gegensatzkultur. Ausgelöst von einem klaren Hang zur Theatralik trifft hier dumpfe Düsterkeit auf glockenhelle Stimmakzente und taumelnd charmante Melodie-Konstruktionen. Kein sonnenblumiges Waldorfschulgebimmel, dafür eine dichte Klangmixtur aus allem, was stilvoll mit dicker Punk-Attitüde überbacken werden kann. Klare Höhepunkte der Sound-architektonischen Raffinesse sind sicherlich die Übersingles „I Wish I Was Someone Better“ und „It’s Getting Boring By The Sea“. Im südenglischen Seebad Brighton mag es wirklich öde sein - ansteckend ist diese Stimmung aber offensichtlich nicht. Ganz im Gegenteil. Den empirischen Beweis liefert dieses frische Debüt, das noch die Insel-Indie-übersäuertsten Lebensgeister wieder weckt.

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