unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

  • Text: Frank Thießies, Torsten Groß, Heiko Reusch, Tanja Hellmig, Ina Göritz, Marcus Willfroth
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Viele Auf Einer


Mehr als stimmige Begleitmusik, sind die Soundtracks zum jeweils neuen Tarantino eine Fundgrube verloren geglaubter Schätze der Popkultur. Auch so bei "Death Proof" (Maverick/Warner): Passend zum Grindhouse-Exploitation-Charakter des Streifens um Stuntman Mike (Kurt Russell) und seine Jagd auf Amazonen, werden Genre-übergreifend Glanzlichter der Sechziger und Siebziger entstaubt. Von Glam über Doo-Wop und Blues bis hin zur Morricone ist hier alles dabei, was man für atmosphärisch dichte Retro-Trashigkeit benötigt. Nicht nur im Kino.

Trash as trash can auch hier: Bereits der Titel von "Disco Deutschland Disco“ (Marina) ist ja eigentlich ein Widerspruch in sich. Aber tatsächlich surften deutsche Produzenten und Kapellen wie die hier vertretenen Supermax, Joachim Heider und Silver Convention weit oben auf der Disco-Welle mit. Einige Zusammenhänge erschließen sich nicht ganz - was macht die US-Amerikanerin Amanda Lear hier und wo zum Teufe sind eigentlich Boney M.? - aber insgesamt ein kurzweiliges Vergnügen.

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Dieses hingegen nicht: Zahlreiche der auf "Big In UK" (Universal) vertretenen Bands kommen nicht von der Insel und sind dort auch alles andere als "big" - so zum Beispiel Mando Diao oder Sugarplum Fairy. Durchaus eignet sich der Sampler für eine iPod-Playlist: Von Maximo Park über die Kaiser Chiefs und The Killers sind etliche Bands der Stunde vertreten. Einen tieferen Wert hat er indes nicht. Ein Etikettenschwindel, der mit alten Hives- und Franz Ferdinand-Songs zusätzlich "aufgemotzt" wurde.

Hot Chip dürfen also endlich ran! Eigentlich hätte man diese Platte ein bisschen früher erwartet, schließlich legten die fünf Jungs aus London letztes Jahr mehr oder minder die elektronische Konsensplatte hin und wer den DJ-Sets der Herrschaften schon einmal beiwohnen durfte, der weiß, dass sie nicht nur tolle Songs schreiben, sondern auch tolle Songs auflegen können. Nun stellen sie das auf der neuen "DJ Kicks" (K7/Rough Trade) unter Beweis. Neben etwas bekannterem Material aus den Achtzigern - "Bizarre Love Triangle" von New Order, "Steppin Out" von Joe Jackson - gesellt sich aber auch der eine oder andere neue Track. Raus geht's übrigens mit "Mess Around" von Ray Charles. Humor haben sie also auch.

Was uns auf „Version“ (SonyBMG) von Erfolgsproduzent Mark Ronson mit einigen seiner etablierten Kunden serviert wird, ist der reinste Ohrenschmaus. Lily Allen interpretiert lasziv den Kaiser Chiefs-Hit "Oh My God", die übertätowierte Diva Amy Winehouse verleiht der Zutons-Nummer "Valerie" eine Prise Soul und Robbie Williams darf endlich wieder gute Songs singen und versucht sich am Charlatans-Hit "The Only One I Know". Und schließlich haucht Ronson selbst der Britney Spears-Nummer "Toxic" zusammen mit Ol' Dirty Bastard und Tiggers gehörig Sexappeal ein und bringt das Fass damit zum Überlaufen.

Anfang Juni tagt das Immergut wieder in Neustrelitz und bildet eines der ersten Highlights des Festivalsummers. Das Line-Up glänzt mit der ersten Indie-Garde, allen voran Architecture In Helsinki und Shout Out Louds, außerdem mit Friska Viljor, Au Revoir Simone, Tele, Malajube, Kristofer Åström, Polarkreis 18 und vielen anderen. Auch in diesem Jahr gibt es mit "Immergutrocken 8" (Grand Hotel van Cleef/Indigo) die Kompilation zum Festival, damit die Hits der oben erwähnten unter freiem Himmel lauthals mitgesungen werden können.

Der G8-Gipfel steigt bekanntlich vom 6. bis 8. Juni im deutschen Heiligendamm. Dagegen sind: Die Toten Hosen, Tocotronic, Blumfeld und andere. Nachzuhören auf "Move Against G8" (Skycap/Rough Trade). Verbunden mit einer beigelegten DVD macht diese Compilation inklusive Globalisierungskritik mehr als Sinn.

Dass zumindest die Metal-Welt des Öfteren nach Donzdorf blickt, liegt allein an 'Nuclear Blast', dem weltweit wohl bekanntesten deutschen Metal-Label. Derzeit feiert man dort 20-Jähriges mit dem Allstar-Sampler "Into The Light" (Nuclear Blast). Rage-Multiinstrumentalist Viktor Smolsky hat eigens aus diesem Anlass Vokal-Repräsentanten von solch illustren Bands wie Edguy, Sonata Arctica oder Nightwish zehn Neukompositionen auf den Leib geschrieben, die sich allesamt absolut hören lassen können. Dufte, Donzdorf!

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