unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

  • Text: Torsten Groß, Torsten Hempelt, Heiko Reusch
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VIELE AUF EINER


Julien Temple hat einen Film über das Glastonbury gedreht, mithin eines der renommiertesten und wichtigsten Festivals der Welt. Die Musik dazu leidet, zumindest auf der Doppel-Soundtrack-CD 'Music From Glastonbury The Film' (PIAS/Rough Trade), aber unter einem Problem: Da die Veranstaltung eine Art ganzheitlichen Ansatz verfolgt und im Subtext um das Verbreiten einer politischen Message bemüht ist, befinden sich auch hier zahlreiche Reden und philosophische Betrachtungen. Das mag im Film funktionieren, ohne bewegte Bilder hätte man sich aber lieber noch einige Songs von hier sträflich vernachlässigten Glastonbury-Acts wie z.B. Oasis gewünscht. Die Beiträge von Morrissey, Radiohead, Coldplay und einigen anderen sind aber trotzdem toll.
Die Auswahl aus dem schier unübersehbaren Feld an Stones-Coverversionen wurde für 'Paint It Black - The Compilation Of The Rolling Sones Cover Tracks' (EMI) relativ geschmackssicher getroffen: Bowies 'Let's Spend The Night Together', 'Jumpin' Jack Flash' von Aretha Franklin, die Ramones mit ihrer Version von 'Out Of Time' usw.. Natürlich kennt man das Meiste, aber derart gebündelt gab's das bisher ja noch nicht. Ein schöner Spaß!
Was für eine tolle Platte! Pünktlich zum zweiten Teil von 'Fluch Der Karibik', Johnny Depp fungiert hier gar als 'Executive Producer', kommt nun der Soundtrack der etwas anderen Art: Nick Cave, Lou Reed, Bono, Rufus Wainwright, Brian Ferry und zahllose andere intonieren auf 'Rogue's Gallery' (Anti/SPV) klassisches Piraten-Liedgut. Von herrlich zerschossen (Cave) bis verzweifelt sehnend (Ferry) - Yo Ho und 'ne Buddel voll Rum!
Ein 97-Sekunden-Schrammler von The Wedding Present macht das Fass auf, das sich 'Talitres Is 5' (Talitres/Rough Trade) nennt. Gleich eine Doppel-CD gibt's zum Fünfjährigen, wobei die erste der beiden Disks die Bands, die im letzten Halbjahrzehnt so auf dem Label veröffentlicht haben (Calla, The Organ, Piano Magic etc.), versammelt. Die zweite hingegen wurde aus, sagen wir mal, 'Güte' beigefügt: Darauf gibt's 'bands and artists we love.' Sehr selbstlos - und so kommt man dort in den Genus von Bands wie Hot Gossip oder Film School.
'Collectors Series ? The Modernist' (Faith/Rough Trade) stammt in Sachen Compilierkünste aus der Königsklasse und dürfte die eine oder andere Anregung liefern. Im ersten Teil holt der Kölner DJ The Modernist zum zwischenzeitlich herzzerreißenden Indietronics-Umschlag aus: D'ntel mit Gastsänger Benjamin Gibbard, Erlend Oye und Tele-Pop-Musik - ich bin jetzt schon hin und weg. Doch der zweite Teil kann sogar noch mehr. Denn da gibt's es wahre Schätze der Achtzigerjahre: Ironisch, sexy, cheesy mit Hard Rock-Zitat.
Der Serien-Auftakt ist mehr als nur großartig.

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