- Text: Moritz Honert
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Peter Hoeg
Der Plan von der Abschaffung des Dunkels
Normale Internate gibt es in der Kunst anscheinend nicht. Entweder sind sie Horte der Geborgenheit ("Hanny und Nanny") oder elitäre Folterkeller ("Mädchen in Uniform"). Die Lehranstalt aus Peter Høegs Erfolgsroman "Der Plan von der Abschaffung des Dunkels" fällt fraglos in die zweite Kategorie. Die drei Waisenkinder, Peter. Katharina und August, die hier zusammentreffen, haben jedenfalls nicht viel zu lachen. Kontrollen, Schläge und jede Menge undurchsichtige Machenschaften stehen dem im Wege. Die Leistung von Regisseur Hermann Naber, diese einengende Umgebung in Musik und Wort zum Ausdruck zu bringen, ist meisterhaft. Über die volle Spielzeit herrscht eine Stimmung von bedrückender Intensität. Leider steht dem ein ungeheures Zeitproblem entgegen. Die vielen philosophischen Exkurse über den Versuch, die Zeit zum Anhalten zu zwingen, haben bei dem ständig vorwärts drängenden Plot kaum Raum sich zu entfalten. Und in ihrer gerafften Form lässt die Geschichte dann nach gut zwei Stunden auch noch ein paar Fragen offen. Trotzdem: So ein beklemmendes und packend inszeniertes Stück Hörspiel findet sich selten.
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19.07.2008
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