- Text: Yessica Yeti
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23 erste Sätze
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Der erste Satz ist immer der wichtigste. Egal, was man schreibt, egal mit wem man spricht, der erste Satz entscheidet darüber, ob es weitergeht oder nicht. Damit ist der größte Teil des Potenzials dieser Kolumne, die im weiteren Verlauf eventuell noch fantastisch wird, bereits jetzt schon total verpufft, denn der Satz „Der erste Satz ist immer der wichtigste“ ist in Wirklichkeit nur so mittel.
Damit es euren Liebesbriefen, Tiergeschichten, Klassenarbeiten, Drehbüchern, Party-Gesprächen, Poesiebucheinträgen, Wehrdienstverweigerungen und Anträgen auf Haftentlassung nicht genau so ergeht wie dieser Kolumne, hier 23 erste Sätze für jeden Anlass. Schürf und stark - und selbstgebastelt! Ich schenke sie euch.
History-Roman: Hitler staunte nicht schlecht, als er sah, was er sich da gerade aus der Nase gezogen hatte.
Hochhaus-Thriller: „Irgendwie riecht es hier komisch“, dachte Mike und zündete sich erstmal eine Zigarette an.
Beim Urologen: „Ähhh. Wissen sie, wie spät es ist?“
Tragödie: „Eilig band Kirsten ihren Sohn am Fahrradständer fest und verschwand mit ihrem Hund im Kaufhaus.“
Kurzgeschichte: „Leihen sie mir mal eben ihre Kettensäge?“
Date: „Du erinnerst mich sooo an meine Ex-Freundin.“
Verwechslungs-Komödie: „Scheiße - und ich dachte, ich wäre unsichtbar!“
Familienroman: „Günther schnitt sich erst die Haare, dann die Finger und dann den linken Unterarm ab.“
Vampir-Film: „Ich sagte Knoblauch, du Idiot, nicht Röstzwiebeln!“
Erziehungs-Ratgeber: „Oben ist da, wo die Haare sind.“
Knast-Roman: „‘Elender Schwanzlutscher!‘, dachte ich und merkte plötzlich, dass ich e x t r e m laut gedacht hatte.
Physiker-Biografie: „Alain wusste, wenn er sich mit der nötigen Wucht vor den fahrenden Zug warf, hatte er eine reelle Chance, ihn zum Halten zu bringen.“
Party-Small-Talk: „Sie arbeiten bei der Post? Und ich dachte schon, sie wären Prostituierte.“
Gourmet-Krimi: „Es kam Jaques schon eigenartig vor, als er das Nagetier in kleine Stücke schnitt, aber das Gericht hieß nun mal Ratatouille.“
Umzug: „Ich kann die Waschmaschine alleine die Treppe runtertragen!“
Reisetagebuch: „Hatte sie jetzt die Pflanzen gegossen und alle Stecker rausgezogen? Oder umgekehrt?“
Superhelden im Call-Center: „Für Probleme bezüglich der Rettung der Welt drücken sie bitte die Eins.“
Gedicht-Band: „Finger in die Vagina – Bosnien Herzegowina.“
Neukölln-Biografie: „Jana hasste ihre Mutter nicht. Aber die Waffe war neu und sie konnte einfach nicht mehr länger warten, sie endlich auszuprobieren.“
Date: „So dick wie deine Freundinnen immer sagen, bist du doch gar nicht?“
Bombenentschärfung: „‘Wie war das noch?‘, fragte sich Steve. ‘Die rote oder die blaue Zange?‘“
Film-Script (mit Denzel Washington): „Die Einladung zum Kongress blinder Chirurgen erfüllte Jack mit Stolz. Leider konnte er sie nicht lesen.“
Coming-Out-Roman: „‘OK‘, dachte er. ‘Sie hat einen Bart und liebt die Village People. Aber tun das nicht alle Frauen?‘“
Freilassungs-Ersuch: „Ich glaube zu Unrecht verhaftet worden zu sein, da ich mir zur Tatzeit nicht sicher sein konnte, ob der kleine Hund eventuell nicht AUCH eine Waffe bei sich trug.“
Urlaubs-Postkarte: „Liebe Mama. Jochen, ich - und ich glaube auch Papa – wir sind schwul“.
Yessica Yeti
Tapetenwechsel @ Rosi's
28.11.2008
Tapetenwechsel @ Rosi's - Tapetenwechsel @ Rosi's



