- Text: Andreas Hartung
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Bewertung:
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Ausgetrickst
Sechs Personen und ein Treffpunkt
Wow! Das ist der erste Comic, bei dem ich wirklich das Gefühl habe, ich lese einen Roman.
Ein Comicroman - um mal das immer ein wenig zu ambitionierte und aufmerksamkeitsheischende Wort “Graphic Novel“ zu vermeiden. Zehn. Ausgetrickst ist in erster Linie Erzählung. Im Unterschied zu Comicbüchern ähnlicher Richtung und mit vergleichbarem Umfang, erzählt das Buch in Parallelmontage von sechs unterschiedlichen Personen, deren Wege sich nach und nach kreuzen. Neun. Da ist ein junges Mädchen, das in die große Stadt fährt, um ihren Vater, einen schwulen Restaurantbetreiber zu finden. Acht. Der ausgebrannte Rockstar, der sich in ein Mädchen verliebt, weil sie kein Fan ist. Sieben. Der Familienvater, der in einem Sportsammlergeschäft Unterschriften berühmter Stars auf Baseballkarten fälscht und seiner Familie erzählt, er würde noch in der Firma arbeiten und bald befördert werden. Sechs. Und der Computerexperte, der es für eine gute Idee hält, seine Pillen nicht mehr zu nehmen und ein fanatischer Fan des ausgebrannten Rockstars ist. Fünf. Die Geschichte kommt in Bewegung. Die Figuren kreisen umeinander. Vier. Fesselnd, aber nicht aufregend. Vielleicht manchmal sogar eine Spur zu herkömmlich. Drei. Aber sie halten den Leser am Ball. Lassen ihn nicht los. Zwei. Die Zeichnungen sehen mitunter aus wie eine Mischung aus Chester Brown und Craig Thompson. Liebe, Karriere, Wahnsinn und Alltag. Eins. Und der Countdown läuft. Und am Ende werden sie aufeinander treffen. Null.
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19.07.2008
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