- Text: Patrick Heidmann
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Rupert Everett - Interview zum neuen Film
Doppelrollen sind immer eine Herausforderung, doch im Falle von "Die Girls von St. Trinian" gilt das ganz besonders. Denn Rupert Everett ("Die Hochzeit meines besten Freundes") spielt nicht nur einen schmierigen Fiesling, sondern auch dessen Schwester, die Schulleiterin von St. Trinian.
Sie wirken, als hätten sie bei den Dreharbeiten ziemlich viel Spaß gehabt.
Nein, nicht wirklich. Filmemachen ist selten Spaß - und schon gar nicht, wenn man so kostümiert ist wie ich in diesem Fall. Man kann sich in dieser Maskerade nicht wirklich gut bewegen, jeder Gang zur Toilette wird zu einer riesigen Anstrengung. Ständig muss man auf die Fingernägel, die Wimpern, die Brüste oder die Perücke achten! Zu allem Überfluss drehten wir auch mitten in der Sommerhitze. Mir wurde immer heißer, weil ich so doll ausgepolstert war - aber gleichzeitig durfte das dicke Make-Up nicht ständig verwischen. Und dann erst die Brüste! Die waren so riesig, dass ich ständig Rückenschmerzen hatte.
Sie sind also letztlich doch lieber Mann als Frau?
Es ist auf jeden Fall einfacher. Meine weibliche Phase hatte ich ohnehin in den Jahren von drei bis 15. Damals war ich überzeugt, dass ich eigentlich ein Mädchen bin und wollte unbedingt eines sein. Aber das hörte dann irgendwann in der Pubertät auf - und seitdem hatte ich den Wunsch nie wieder!
Die Ähnlichkeit ihrer Figur zu Camilla Parker-Bowles ist verblüffend. War das ihre Idee?
Na klar! Es war eine große Herausforderung, diesbezüglich etwas Neues zu schaffen, denn die Rolle wurde in den Fünfzigerjahren bereits einmal von einem sehr populären Kollegen gespielt. Ich wollte natürlich nicht wie ein Abklatsch, sondern frisch und anders wirken. Weil sie in den alten Filmen Millie hieß, kam ich auf Camilla. Damit fühlte ich mich sofort wohl und wusste, wie ich das hinbekomme. Meine Mutter ist nämlich eine ähnliche Frau wie Camilla, eines dieser letzten Überbleibsel des britischen Empires, wie es sie heute eigentlich gar nicht mehr gibt. Diese Frauen haben eine sehr maskuline Seite, mit ihrem festen Schuhwerk und der Vorliebe für Gartenarbeit und Reiten. Letztlich habe ich mir dann sogar Camillas Gebiss abgeguckt.
Gab es eine Reaktion von ihr?
Oh ja, sie hat mir einen sehr witzigen Brief geschrieben. Eigentlich hatte ich sie gebeten, mich zur Premiere zu begleiten, aber sie hatte leider keine Zeit. Aber sie hat sich den Film dann trotzdem angesehen und mir sehr süß geschrieben, weil sie sich geehrt fühlte, dass ich sie als Vorbild ausgesucht habe. Eine sehr amüsante Frau!
BEATSTEAKS AFTERSHOW PARTY
29.08.2008
tapetenwechsel @ Rosi's - BEATSTEAKS AFTERSHOW PARTY



