- Text: Patrick Heidmann
-
Jennifer Lynch - Interview zum neuen Film
Ihr erster und einziger Film "Boxing Helena" liegt Jahre zurück, doch dass man von Jennifer Lynch noch einiges würde erwarten können, stand außer Frage. Das verspricht schon ihre Abstammung - denn schließlich ist der Vater der 40-Jährigen niemand geringeres als Kultregisseur David Lynch.
Empfinden Sie es als Fluch oder als Segen, einen so legendären Vater zu haben?
Als Mensch ist es natürlich ein Segen. Als Filmemacherin behandeln die Leute mich aber oft, als würde ich es als Segen empfinden und deswegen Extrawürste verlangen. Dabei stimmt das absolut nicht, sondern es macht die Sache manchmal sogar ein bisschen schwieriger. Die Leute erwarten einfach mehr von einem, wenn man einen berühmten Namen trägt. Auch Sofia Coppola hat keine andere Wahl, als einen großartigen Film zu drehen. Anderenfalls wird sie total verrissen, so nach dem Motto "Hast du denn gar nichts gelernt?!" Kein Wunder, dass Nicolas Cage, der ja auch aus der Coppola-Familie kommt, seinen Namen geändert hat. Aber generell würde ich mich nie beschweren, denn mein Vater ist einer der großartigsten Menschen auf diesem Planeten und supercool, unglaublich witzig und sehr großzügig.
Er ist bei "Unter Kontrolle" einer der Executive Producers. Was genau bedeutet das in diesem Fall, welchen Einfluss hatte er?
In erster Linie bedeutet es natürlich, dass das Interesse der Geldgeber geweckt wurde und sie das Drehbuch lasen. Vor allem aber bedeutet es, dass ich heute nicht hier stehen würde ohne meinen Vater. Nach einem schlimmen Unfall kämpfte ich mit dem Leben und musste an der Wirbelsäule operiert werden - und dafür hat er die Kosten übernommen. Wie kann man sich dafür bedanken? Er wollte eigentlich nicht im Zusammenhang mit meinem Film erwähnt werden, weil er weder etwas mit dem Drehbuch zu tun hatte noch jemals am Set war. Aber die Erwähnung im Vorspann war mein Dankeschön, und ich hätte sie nur weggelassen, wenn er den Film überhaupt nicht gemocht hätte.
Sie selbst sind u.a. am Set von "Eraserhead" aufgewachsen. Haben sie ihre Tochter auch immer dabei?
Ja, und genau deswegen ist es für sie auch nicht schlimm, diesen blutigen Film zu sehen. Sie wusste immer, wie alles gedreht wurde, und hat alles genau miterlebt, selbst wenn wir das Material für zerschossene Körperteile getestet haben. Es gibt sogar tolle Fotos, wie sie im Kunstblut matscht!
Tapetenwechsel @ Rosi's
28.11.2008
Tapetenwechsel @ Rosi's - Tapetenwechsel @ Rosi's



