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Bild: Jesus Christus Erlöser
  • Text: Patrick Heidmann
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Jesus Christus Erlöser


Am 20. November 1971 stand Klaus Kinski auf der Bühne der gut gefüllten Berliner Deutschlandhalle und wollte über den Sohn Gottes sprechen. "Jesus Christus Erlöser" hieß der selbst geschriebene Monolog über das Leben und aus der Sicht von Jesus. Doch das Publikum macht ihm den Vortrag nicht leicht. Bereits nach gut fünf Minuten fühlt sich jemand zum ersten Zwischenruf provoziert, bald fordert ein anderer seine 10 Mark Eintrittspreis zurück und es dauert nicht lange, bis der exzentrische Schauspieler die Fassung verliert und zurückschimpft. Vier Kameras liefen damals mit, aus deren Material Kinskis Nachlassverwalter Peter Geyer den Abend nun fürs Kino rekonstruiert. Mehr ist "Jesus Christus Erlöser" tatsächlich nicht, denn es gibt keine Handlung jenseits des Verlaufs des Abends, keinen Kommentar, keine Einordnung, keinen Kontext. Aber da ist eben auch Kinski. Wie er maßlose Arroganz, kunstvolle Hypersensibilität und einen irritierenden Kleidergeschmack an den Tag legt und dabei selbst in der Konserve noch nachwirkt, ist ein faszinierendes Erlebnis.

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