- Text: Patrick Heidmann
- Erscheinungsdatum: ..08.05.2008
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Bewertung:
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Freischwimmer
Albtraum Schule
Der deutsche Film boomt und präsentiert sich stark wie lange nicht, doch mutig ist er dabei selten. "Freischwimmer" von Andreas Kleinert ist deswegen eine besonders erfreuliche Ausnahme. Anfangs wähnt man sich noch in einer gewöhnlichen Coming-of-Age-Geschichte, wenn in der idyllisch-spießigen Provinz der 15-jährige Einzelgänger Rico (Frederick Lau) wegen seines Hörgeräts und seiner Unsportlichkeit gehänselt wird. Doch dann stirbt sein ärgster Rivale Robert an einem Eclair, und der Film nimmt einige unerwartete Wendungen. Rico liebt Roberts Freundin Regine (Alice Dwyer) und klammert sich zusehends an seinen ähnlich zurückgezogenen Deutschlehrer (August Diehl), der wiederum mit einer Kollegin (Fritzi Haberlandt) schläft. Und dann ist da auch noch der aufbrausende Sportlehrer (Devid Striesow), der ein Verhältnis mit Ricos Mutter (Dagmar Manzel) hat.
Am Ende haben noch ein paar mehr von ihnen ihr Leben gelassen, und doch kommt man "Freischwimmer" mit Kategorien wie Kleinstadtkrimi oder Gruselmärchen kaum bei. Viel mehr ist das eigensinniges Kino, das reich ist an bizarren Einfällen und Perfidie und sehr viel Wert legt auf spezifische Farbgebungen, Schnitte und Toneffekte. Die Figuren und Dialoge sind metaphernreich, surreal und ausgesprochen artifiziell, getragen von einem durchweg überzeugenden Ensemble und einer vieldeutigen Geschichte über Sehnsucht und Gewalt. Nicht jeder wird damit etwas anfangen können, aber dass ein deutscher Film sein Publikum derart überrascht und irritiert, ist bemerkenswert!
LIVE: THE GUNS + EASTER CONFERENCE CHAMPIONS + EVERLAUNCH
17.05.2008
Motorclub @ Magnet - LIVE: THE GUNS + EASTER CONFERENCE CHAMPIONS + EVERLAUNCH
